Studium zum Anfassen: Hochschulinformationstag (HIT)

Am 30. Mai haben wir den diesjährigen Hochschulinformationstag (HIT) begangen, und für mich war es einer dieser Tage, an denen der Campus genau das zeigt, was ihn im besten Fall ausmacht: Offenheit, Neugier und gelebte Gemeinschaft. Überall waren Menschen unterwegs, in Gespräche vertieft, suchend, fragend, abwägend – und der Campus war spürbar vielfältig belebt.

Besonders schön war für mich die Zeit am IKEAS‑Stand. Vor allem deshalb, weil ich dort mit Studierenden zusammenarbeiten durfte, die sich mit großer Überzeugung und ehrlicher Begeisterung für unseren Studiengang engagieren. Sie haben nicht „Werbung“ gemacht, sondern erzählt: von ihrem Studium, ihren Fragen, ihren Zweifeln, ihren Aha‑Momenten. Diese Perspektive lässt sich nicht ersetzen – und sie wurde von den Studieninteressierten sehr aufmerksam aufgenommen.

Immer wieder wurde mir an diesem Tag bewusst, wie wichtig es ist, Studium als etwas Gemeinsames erfahrbar zu machen. Natürlich informieren sich viele zunächst online – und das ist sinnvoll und notwendig. Aber ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht, das spontane Nachfragen, das gemeinsame Nachdenken darüber, was ein Studium leisten kann und was vielleicht nicht, schafft eine andere Form von Orientierung. Gerade bei einer Entscheidung, die so lebensprägend ist, braucht es mehr als gut strukturierte Webseiten.

Auffällig war auch, wie viele Interessierte gemeinsam mit Eltern oder anderen Bezugspersonen gekommen sind. Diese Konstellationen haben gezeigt, dass es hier nicht nur um Studienpläne, sondern um Zukunftsvorstellungen geht – um Sicherheit, Sinn, Perspektiven. Diese Gespräche waren oft ruhig, ernsthaft und sehr konzentriert, und sie haben deutlich gemacht, wie viel Verantwortung mit dieser Entscheidung verbunden ist.

Für mich war der HIT auch deshalb wertvoll, weil er Raum für Austausch unter Kolleg*innen geschaffen hat. Die kurzen Gespräche an den Nachbarständen, das gegenseitige Nachfragen, das Teilen von Erfahrungen – all das sind Momente, die im universitären Alltag manchmal zu kurz kommen. Vielleicht fehlt tatsächlich gelegentlich die sprichwörtliche Teeküche zwischen den Instituten. Umso schöner, wenn Formate wie der HIT diese Lücke zumindest für einen Tag schließen.

Gerade für die Kulturwissenschaften ist dieses gemeinsame In‑Kontakt‑Treten zentral. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit, politischer Polarisierung und gesellschaftlicher Verunsicherung geht es nicht nur darum, Inhalte zu vermitteln, sondern darum, Zusammenhänge zu verstehen, Perspektiven auszuhalten und gemeinsam zu denken. Kulturwissenschaftliches Arbeiten lebt vom Austausch, vom Zuhören, vom Aushandeln unterschiedlicher Sichtweisen – und genau das wurde an diesem Tag spürbar.

Der Hochschulinformationstag war für mich daher mehr als eine Informationsveranstaltung. Er war eine Erinnerung daran, dass Universität ein sozialer Raum ist: ein Ort, an dem Wissen nicht nur weitergegeben, sondern gemeinsam erprobt wird. Und ein Tag, der gezeigt hat, wie viel Kraft in Begegnung, Engagement und Überzeugung steckt.