In Kontakt kommen: Gemeinsame Antrittsvorlesung an der Philosophischen Fakultät II

Am 2. Juli 2026 fand an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg eine gemeinsame Antrittsvorlesung der Philosophischen Fakultät II statt. Unter dem Titel „In Kontakt kommen“ gestalteten Jun.-Prof. Dr. Robert Stojan, Jun.-Prof. Dr. Ina Schenker und Jun.-Prof. Dr. Clara Luise Finke einen gemeinsamen Abend im Hörsaal I auf dem Steintor-Campus.

Die thematische Klammer erwies sich dabei als ausgesprochen passend: In Kontakt zu kommen, kann Bewegung bedeuten, kulturelle Begegnungen ermöglichen oder sich im Gespräch vollziehen. Robert Stojan sprach über „Bewegung im Alltag“, ich widmete mich dem „Durcheinander“ der Kulturen, und Clara Luise Finke nahm die „Beziehungsgestaltung im Gespräch“ in den Blick. Obwohl wir aus unterschiedlichen fachlichen Richtungen kommen – aus der Bewegungswissenschaft, der Romanistik und der Sprechwissenschaft –, zeigten sich schnell zahlreiche Berührungspunkte.

Für mich war dieser Abend deshalb in mehrfacher Hinsicht besonders: Die gemeinsame Vorbereitung und die Veranstaltung selbst haben uns unter dem Dach einer Fakultät einander noch einmal ganz anders begegnen lassen. Wir konnten Arbeitsweisen, Fragestellungen und Perspektiven kennenlernen, die im universitären Alltag oft nebeneinanderstehen, ohne unmittelbar miteinander in Kontakt zu kommen. Zugleich wurden Gemeinsamkeiten sichtbar, aus denen hoffentlich weitere Gespräche und Projekte entstehen.

Mit Clara denke ich bereits über eine gemeinsame Tagung nach. Die Antrittsvorlesung war damit nicht nur ein Anlass, die eigenen Forschungsschwerpunkte vorzustellen, sondern auch ein Ausgangspunkt für neue Verbindungen. Vielleicht ist genau das eine der besonderen Stärken solcher gemeinsamen Formate: Sie machen Unterschiede sichtbar, ohne sie zu trennen, und eröffnen Räume, in denen aus fachlicher Nachbarschaft tatsächliche Zusammenarbeit entstehen kann.

Ein kleines Detail am Rande erklärt auch die Zusammensetzung des Fotos: Robert Stojan sollte ursprünglich gemeinsam mit Denis Ried antreten. Da Robert erkrankte, ergab sich schließlich die Verbindung in dieser neuen Konstellation. Denis ist auf dem Foto dennoch mit dabei – und erinnert daran, dass akademische Wege und Kooperationen nicht immer geradlinig verlaufen, sondern sich auch durch Veränderungen und unerwartete Wendungen entwickeln.

Sehr gefreut habe ich mich über die vielen Kolleg*innen und Studierenden, die zu unserer Antrittsvorlesung gekommen sind. Das Interesse, die Aufmerksamkeit und die anschließenden Gespräche haben den Abend getragen und ihm eine besondere Atmosphäre gegeben. Mein herzlicher Dank gilt daher allen, die dabei waren – und ebenso der Dekanin für die wunderbare und souveräne Moderation durch den Abend.

Gerade für Juniorprofessorinnen ist die Vernetzung untereinander von großer Bedeutung. Ihre Positionen sind mit besonderen Chancen, aber auch mit spezifischen Herausforderungen verbunden: Sie bauen eigene Forschungsprofile auf, entwickeln Lehrangebote und bewegen sich zugleich in einer frühen Phase ihrer akademischen Laufbahn. Austausch und gegenseitige Unterstützung können hier wichtige Orientierung geben und dabei helfen, langfristige Strukturen zu entwickeln. An der Universität Halle leistet Rebecca Thier-Lange in diesem Bereich wichtige Arbeit und schafft Möglichkeiten, Juniorprofessorinnen miteinander ins Gespräch zu bringen und ihre Vernetzung zu stärken.

So war die gemeinsame Antrittsvorlesung nicht nur ein persönlicher und fachlicher Meilenstein, sondern auch ein schönes Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenkommen: neue Perspektiven, unerwartete Gemeinsamkeiten und vielleicht bald weitere gemeinsame Projekte.