Ab September in Halle: Transkulturalität weiterdenken

Zum 1. September beginnt für mich ein neues Kapitel: Ich trete meine Stelle an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg an. Schon jetzt freue ich mich darauf, meine Forschung zu Inter- und Transkulturalität hier weiterzuentwickeln – und gemeinsam mit Kolleg:innen, Studierenden sowie Partnern aus der Stadtgesellschaft neue Brücken zu schlagen.
Mein wissenschaftlicher Blick richtet sich vor allem auf Austausch- und Transferprozesse zwischen deutschsprachigen und frankophonen Kulturräumen. Das von mir entwickelte Konzept der Transferabilität beschreibt, wie kulturelle Ideen, Narrative und Praktiken über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg aufgenommen, angepasst und transformiert werden. Dieser Ansatz ist für mich mehr als ein theoretisches Modell: Er ist ein Werkzeug, um kulturelle Dynamiken sichtbar zu machen und produktiv zu gestalten – in Forschung, Lehre und auch in gesellschaftlichen Prozessen.
Besonders reizvoll an meiner neuen Aufgabe ist die Möglichkeit, von Beginn an den Aufbau eines neuen kulturwissenschaftlichen Masterstudiengangs mitzugestalten. Hier können wir innovative Lehr- und Lernformate entwickeln, die den Austausch zwischen Disziplinen stärken und eng mit kultureller Praxis verknüpft sind.
Ein zentrales Ziel für meine Zeit an der MLU ist es, den Transfer zwischen Universität und Stadtgesellschaft zu intensivieren. Halle bietet mit seiner lebendigen Kulturszene, seinem reichen historischen Erbe und der Offenheit für Neues ideale Bedingungen, um diesen Austausch aktiv zu leben. Ich möchte wissenschaftliche Perspektiven mit kulturellen Projekten verbinden und Räume schaffen, in denen sich unterschiedliche Denk- und Erfahrungswelten begegnen können.
Bis zum Start im September gibt es viel vorzubereiten – Konzepte zu entwickeln, Kooperationen anzubahnen, Ideen zu strukturieren. Aber vor allem freue ich mich auf die Menschen, die diese Arbeit begleiten und bereichern werden. Halle ist für mich schon jetzt ein Ort, an dem Forschung nicht im Elfenbeinturm stattfindet, sondern mitten im Leben.